Was ist "sich Sorgen machen"?


Hinter Sorgen steckt das Grundgefühl Angst! Sorgen, oder das Gefühl der Angst und Unruhe, ernähren sich von Gedankenkonstrukten, die nicht real existieren. Diese Gedankenkonstrukte können sich beziehen auf die Zukunft oder auf die Vergangenheit. Z.B kann ich mir Sorgen machen, dass ich eine bevorstehende Prüfung nicht bestehe oder ich stelle mir vor, wie etwas in meiner Vergangenheit hätte anders ausgehen können. Sich sorgen, impliziert die Abwesenheit von Vertrauen in:

-andere Menschen,

-in sich selbst und die eigenen Fähigkeiten,

-in den Lauf der Dinge.


Es gibt Menschen, deren Leben voll von Sorgen ist. Das bedeutet, dass das „sich sorgen“ zu einem Dauerzustand geworden ist. Dieser Lebensweg ist durch und durch von Angst motiviert. Das Leben erscheint schwergängig und sehr anstrengend, der Körper ist ständig müde, unruhig und rastlos.

Langfristig betrachtet hat dieses dauerhafte „sich Sorgen machen“ keine positive Auswirkung auf den Menschen. Als Antwort auf unbewusste Gedanken werden die dazu passenden Gefühle aktiviert. Diese Gefühle verstärken die Intensität der Gedanken, die wiederum das Gefühl nähren und so weiter. Diese Gedankenspiralen kennt jeder Mensch.

Diese sehr ungesunde „Gewohnheit“ kann ein Ende finden, wenn ein Mensch sich selbst für eine Veränderung entscheidet. Es genügt zunächst zu erkennen, dass man sich ständig unwohl fühlt. Ein weiterer Schritt wäre die Identifikation des eigentlichen Gefühls.


Ich möchte Angst nicht generell als „schlecht“ darstellen. So hat sich dieses Gefühl durch die Entwicklung der Menschheit erhalten. Für alles, was sich bis heute erhalten hat, lässt sich ein Sinn erschließen. An dieser Stelle ist es mir wichtig zu erwähnen, dass jedes Gefühl eine positive Absicht für den Organismus hat. Es gilt dieses Gefühl wahrzunehmen und seine Schwingung zu „erforschen“. Mit Liebe angeschaute, wahrgenommene und noch einmal gefühlte Gefühle, klingen dankbar ab!

Welchen Sinn könnten also „Sorgen“ haben?

Eine kurzfristige Eingebung von „Angst“, bezogen auf eine ganz bestimmte Situation, kann eine Handlung auslösen, die sehr positive Auswirkungen auf das Geschehene haben kann. Vielleicht kann dann von Intuition gesprochen werden. Wobei das nicht bedeuten soll, dass Intuition immer Angst- motiviert ist!

Anhaltende Angst kann in einem bestimmten Zusammenhang auf etwas deuten, was „gesehen“ werden will. Auf einen Block, ein inneres Hindernis, einen Schmerz. Hier gilt es hinzusehen, was aktuell passiert und wie oben beschrieben, das Gefühl ganz bewusst wahrzunehmen, es zuzulassen, es anzunehmen und seinem Körper und Geist zu vertrauen die Antwort auf alle Fragen zu kennen.

Manchen hilft es enorm Gefühle zu beschreiben, so wie sie grade kommen. Das kann ein tatsächliches Schreiben oder auch ein verbalisieren sein. So können Gedankenspiralen unterbrochen werden.

Wichtig ist zu erkennen, dass Gedankenspiralen, wie ein Fass ohne Boden sind. Es gibt kein Ende, sodass sich, im schlechtesten Fall, ein Gefühl von Ohnmacht manifestiert . In diesem Fall ergeben, in meiner Welt, die Sorgen keinen Sinn mehr. Es ist ungesund, sowohl für den Geist als auch für den Körper. Dann ist es an der Zeit die bewusste Entscheidung zu treffen, sich von den sorgenauslösenden, negativen Gedanken zu befreien. Das kann nur dann wirklich funktionieren, wenn die Entscheidung selbst gewählt ist!


Ein weiterer Aspekt des „sich sorgen“, ist die Verspieltheit des Verstandes. Gerne probiert sich der Verstand aus, er überprüft, ob er mit der oder der anderen Situation umgehen könnte. Dann fantasiert man so rum und denkt sich ein Szenario aus, durch welches Gefühle ausgelöst werden. Wenn die Gefühle dann da sind, überprüft der Verstand, „Wie reagiere ich, wenn das wirklich passiert?“ – „Könnte ich damit umgehen?“

Interessant, dass wir in diesem Fall unsere Gefühle ganz leicht durch die Gedanken steuern können. Es passiert ganz natürlich.

In die andere Richtung, eine positive Richtung zu steuern, fällt uns oft nicht so leicht, als ob das Reservoir an negativen Gefühlen schneller zugänglich wäre oder mannigfaltiger ist. Scheinbar sind Gedanken und Gefühle umso schneller zugänglich, desto häufiger sie benutzt, bzw. aktiviert werden. Das heißt es ist ein Lern- oder Übungsprozess, den wir aktiv beeinflussen können.

Also, was willst Du? :)

In „Ein Kurs in Wundern“ steht geschrieben „Was Du willst, das erwartest Du.“ Das deutet darauf, dass unsere Absichten, unsere Ziele, ob sie uns bewusst oder unbewusst sind, ob sie unser Leben bereichern oder viel Schmerz auslösen können, eine Erwartungshaltung entstehen lassen. Sobald wir erwarten, sind wir ganz sensibel für das, was das Leben uns hinsichtlich unserer Ziele anbietet. Wir nehmen selektiv wahr und werden unsere Ziele bestätigt finden. Je stärker der Glaube an Ziele, desto größer die Erwartungshaltung und desto sensibler sind wir auf Bestätigung unserer Ziele.

Diesen Prozess können wir bewusst benutzen, um unser Leben aktiv zu gestalten oder wir machen weiter so, lassen uns unbewusst von der Verspieltheit unseres Verstandes lenken und erleben unter Umständen viel Leid.

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